Die Seitensprung Millionärin – Taschenbuch von Theo Gitzen

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11,90

DIE SEITENSPRUNG-MILLIONÄRIN
… oder „Bis dass der Tod uns scheidet“
– was leider nicht immer funktioniert!

188 Seiten

Tamara, zweimal verheiratet, zweimal geschieden und jetzt Millionärin.
Das Buch erzählt die Geschichte einer jungen Frau die von der ewigen Liebe träumt.
Auch als eBook für 2,99 € erhältlich

Beschreibung

DIE SEITENSPRUNG-MILLIONÄRIN

… oder „Bis dass der Tod uns scheidet“ – was leider nicht immer funktioniert!

Tamara, zweimal verheiratet, zweimal geschieden und jetzt Millionärin.
Das Buch erzählt die Geschichte einer jungen Frau die von der ewigen Liebe träumt.
Doch fünf Jahre nach ihrer Hochzeit ist die Ehe am Ende. Als dann auch noch Leo, ein neuer Arbeitskollege in ihr Leben tritt, ändert sich vieles. Tamara reicht die Scheidung ein und beschließt ihr Leben rigoros zu ändern. Doch dann verlässt Leo das Land und Tamara beginnt ein Verhältnis mit Charly einem verheirateten Arbeitskollegen. Als auch da keine Zukunft zu sehen ist, verlässt Tamara die Firma um den Unternehmer DoDo (Dr.Dr. x ) zu heiraten. Als sie dann nach 5 Jahren feststellen musste, das DoDo sie mit einer alten Schulfreundin betrügt, beschließt Tamara ihren Mottospruch: “Bis dass der Tod euch scheidet” zu verlassen.  Knall auf Fall verlässt sie die Firma und beginnt ein neues, geheimnisvolles und aufregendes  Leben.

 

LESEPROBE

INHALTSVERZEICHNIS

Die Seitensprung-Millionärin

 

Etwas Lustiges vorweg

    1.  S.11         Kapitel 1        Fremdgehen – Wie peinlich ist das denn?
      S. 21        Kapitel 2       Die erste große Liebe
      S. 33        Kapitel 3       „Bis dass der Tod euch scheidet“ zum 1.
      S. 49        Kapitel 4       LEO – zum ersten
      S. 79        Kapitel 5       Willkommen im Club der „Ehebrecherinnen“
      S. 89        Kapitel 6       LEO – zum zweiten
      S. 115     Kapitel 7         Charly
      S. 129     Kapitel 8       „Bis dass der Tod euch scheidet“ zum 2.
      S. 151     Kapitel 9         LEO – zum dritten und letzten Mal
      S. 163     Kapitel 10     Tamaras Offenbarung
      S. 173     Kapitel 11        bye bye my love

                                                          Etwas Lustiges hinterher

Die Seitensprung-Millionärin
    Eine (fast) wahre Geschichte von Theo Gitzen

Oder besser noch:
Eine kleine Anleitung für alle Frauen die schon einmal mit einem Seitensprung geliebäugelt haben oder auch mitten in einem stecken. Damit sie ihn aber nicht  hinterher oder gar zwischendurch etwa fürchterlich bereuen, erzählt der Autor die (fast) wahre Geschichte der Tamara B.

Tamara hat scheinbar alles richtig gemacht!
Sie hat all ihren Mut zusammengenommen und den Schritt in ein neues Leben gewagt. Dass dies, rückwirkend betrachtet die beste Entscheidung ihres Lebens sein sollte, zeigt das Ergebnis. Tamara ist heute glücklich, wohlhabend und absolut unabhängig. Sie erzählte mir ihre Geschichte damit ich sie weitergebe an all die Frauen, die etwas in ihrem Leben verändern wollen um dem tristen Einerlei in der Beziehung (Ehe) zu entfliehen.

Ihre Botschaft:
„Bis dass der Tod euch scheidet“ einfach mal zu überdenken.

Beginnen will ich Tamaras Geschichte  mit zwei netten Witzen zum Thema Seitensprung, die ein wenig wiederspiegeln sollen was so alles um uns herum geschieht oder geschehen könnte. Und das ein klein wenig davon auch in jedem Nachbarn, Freund, Freundin Bruder Schwester, Papa oder auch Mama stecken könnte. Natürlich haben wir persönlich damit nichts am Hut! Oder?
Denn ein Seitensprung kommt für uns nicht in Frage.

Oder etwa doch?

Wie auch immer.

WITZ Nr.1

Ein jung verheiratetes Ehepaar wohnt in einem Hochhaus zusammen mit 34 anderen Miet-Parteien.
Es ist ein regnerischer Sonntag und  beide liegen zusammen im Bett und wollen sich vergnügen.
Als sie merkt, dass er nicht bei der Sache ist, fragt sie ihn besorgt was er denn habe, dass es nicht klappen will.
„Ich kann mich nicht konzentrieren“, antwortet er.
Ich mache mir die ganze Zeit schon Gedanken, wer die Frau in unserm Hause sein soll, die noch nicht mit dem neuen, verdammt gut aussehenden Mann aus der 3.Etage geschlafen hat.

Sie überlegt eine Weile –
„Das kann doch nur die Frau Schmitz aus der 5. sein!“

WITZ Nr. 2

Die hübsche Nachbarin Karin nutzt die Gelegenheit, dass ihr Mann schon zur Arbeit ist und vergnügt sich mit seinem besten Freund im ehelichen Schlafzimmer.

Als plötzlich ihr Mann im Schlafzimmer auftaucht, verlässt sie fluchtartig und splitterfasernackt den Raum um sich im Ankleidezimmer einzuschließen.

Wutentbrannt greift der gehörnte Ehemann in die Nachttischschublade, nimmt zwei Duellierpistolen heraus und reicht eine davon seinem Freund mit den Worten
„ Du oder ich“.
Daraufhin antwortet dieser: Ist sie das wert? Ich schlage vor wir schießen beide in die Luft und lassen uns dann fallen. Und zu wem sie als erstes läuft der soll sie haben.
Der gehörnte Ehemann willigt ein und beide schießen in die Luft um sich dann sofort auf den Boden fallen zu lassen und tot zu stellen.

Es dauert auch nur wenige Sekunden da öffnet die Frau die Tür, rennt zum ersten, springt über ihn, rennt zum zweiten, springt über ihn, öffnet den Schlafzimmerschrank und ruft:

Kannst rauskommen Paul – sind beide tot.“

Was lehren uns diese beiden lustig und dennoch irgendwie wahren Witze?

Wer mit einem Seitensprung oder gar einem festen Verhältnis liebäugelt, der sollte bedenken, dass die Ursachen oft in der Vergangenheit liegen und der Seitensprung oft nur eine Flucht aus der Tristesse des Alltags ist.

Wer es dennoch wagt, sollte sich im Klaren sein, dass nach dem ersten Schritt  alles anders wird. Denn ab jetzt sind Gewissen, Verlangen und Leichtsinn stets drei gemeinsame Verbündete.

Nur wenn alle „Drei“ perfekt zusammenwirken, kann ein Seitensprung so manche Beziehung retten oder auch zu einer dauerhaften Beziehung werden.

Wenn jedoch einer dieser „Drei“ Partner plötzlich nicht mehr mitspielt, dann kann es schnell  zum Verhängnis wie in  „Eine verhängnisvolle Affäre“ mit Michael Douglas und Glenn Close kommen.  Und aus einem anfänglich kleinen Seitensprung  wird ein großes (Ehe)-Drama.

Wie man die „Drei“ aber richtig koordiniert, das erzählt nun die Geschichte der Tamara B.

 

Kapitel 1
Fremdgehen –
Wie peinlich ist das denn?

„Musst du mir das antun? Was denkst du dir eigentlich dabei?“, dröhnte es wieder aus dem Nachbarhaus durch das geöffnete Fenster an Tamaras Ohr, die gerade in ihrem Zimmer auf dem Bett lag und in der aktuellen BRAVO blätterte. Genervt stand Tamara auf, schloss das Fenster und setzte sich die Kopfhörer auf, um mit ihrer Lieblingsband, den Backstreet Boys, dieses „Gekeife“, wie sie es nannte, zu übertönen.

Sie konnte es nicht mehr hören. Jeden Tag hatten sich ihre Nachbarn, der dicke Willi und seine schlanke, schon etwas angegraute Elli in der Wolle und fetzten sich solange bis entweder er oder sie das Haus mit einem lauten Zuschlagen der Haustür verließ. Um dann aber nach genau 45 Minuten, solange dauerte der Spaziergang, um das Dorf wieder vor der Tür zu stehen. An manchen Tagen ging alles gut und es herrschte Ruhe. Aber oft ging es danach wieder los und dann verließ der andere das Haus, um seine sprichwörtliche Runde zu drehen. So auch an diesem Tag. Selbst durch die Kopfhörer konnte sie hören, wie Elli die Tür hinter sich zuknallte, um entschlossen und wutentbrannt ihre Runde zu drehen. Und wie immer folgte dem Türknallen, wenn sie ging, dann der laute, fast schon kreischende Nachruf: Dann hau doch ab du Schlampe! Kannst dich ja bei deinem Liebhaber einnisten! Und wenn er ging, dann rief sie ihm hinterher: Geh zu deinem Flittchen und werde glücklich. Dann kann sie dir ja die Socken und deine beschissenen Unterhosen waschen! Von ihrem Zimmer aus konnte Tamara dann auch sehen, wie sich die anderen, ach so ehrenwerten Nachbarn hinter ihren Vorhängen versteckten, um dann am nächsten Tag mit: Weißt du schon das Neueste von den Schmitzens …, sich den Mund mit den ebenfalls neugierigen Moralaposteln aus der Nachbarschaft den Mund fusselig zu reden. Diese Heuchler, dachte Tamara, hatte sie doch oft genug mitbekommen, wie gerade die „brave“ Elke von schräg gegen-über sich heimlich mit dem Paketzusteller abknutschte, wenn dieser mal wieder gerade dann ein Paket ablieferte, wenn Elkes Mann Bernd zur Arbeit war. Manchmal kam es vor, dass der Paketzusteller etwas länger blieb, um dann, wie Tamara, wenn sie sich ein wenig aus dem Fenster lehnte und so einen Blick auf die Dachterrasse von Elke hatte sehen konnte, wie die beiden einen schnellen Quickie schoben. Meistens jedoch blieb es bei dem flüchtigen Kuss und Elke verließ kurze Zeit später aufgedonnert das Haus, um schnell mit ihrer Familienkutsche wegzufahren und dann genau eine Stunde später, bevor die beiden Kinder aus der Schule nach Hause kamen, wieder zurückzukehren, um für sie das Essen zu kochen.

Tamara war mit ihren gerade 16 Jahren mitten in der Pubertät. Alles, was irgendwie mit Männern, Sex, Liebe und all dem Kram zu tun hatte, war ihr äußerst peinlich. Sie wollte mit all dem nichts am Hut haben. Aber egal was sie auch anstellte, überall wurde sie mit diesen peinlichen Dingen konfrontiert. Nicht nur das sie jeden Tag sich die peinlichen Spielchen der Nachbarn anschauen musste, auch fingen ihre Freundinnen damit an, sich heimlich mit Jungs zu treffen und mit diesen rumzumachen, wie sie es nannte. So richtig peinlich und schockierend wurde es aber für sie an dem Tag, als sie früher von der Schule nach Hause gekommen war, weil mal wieder der Musikunterricht ausgefallen und kein Ersatz für den jungen Musiklehrer aufzutreiben war.  Da um diese Zeit meistens keiner zu Hause war, verkroch sie sich mit der neuesten BRAVO auf ihr Zimmer, um darin zu stöbern und sich die neuesten Tipps von Dr. Sommer rund um die Fragen anderer pubertierender Jungs und Mädchen durchzulesen. Schließlich spürte sie indirekt, wie sich einiges in ihrem Körper zu verändern schien und wie auch bei ihr so langsam das Interesse an Jungs auflebte.

Auch wenn sie sich das noch nicht so richtig zugestand, aber blieben noch vor Kurzem ihre Blicke mehr bei den Geschichten rund um Mädchen, Pferde und Idolen hängen, so wechselte ihr Interesse langsam und die Berichte und Anmerkungen von Dr. Sommer wurden zusehend spannender. Aber am liebsten las sie die wunderbaren und herzerwärmenden Storys um Stars und Sternchen, Prinzen und Prinzessinnen in den typischen Frauenzeitschriften, die ihre Mutter immer aus der Bäckerei, wo sie vormittags arbeitete, mitbrachte, wenn diese durch neue ersetzt wurden. Neuerdings fielen ihr  diese auch beim Friseur oder beim Frauenarzt, wo sie ihre Mutter vor ein paar Wochen hingeschleppt hatte, weil sie ja jetzt doch langsam eine Frau werde, auf. Tamara fühlte sich immer so richtig wohl, wenn sie eintauchen konnte in die wundervolle, harmonische Welt dieser immer toll aussehenden und glücklich wirkenden Menschen.

Sie lag auf ihrem Bett und las fasziniert in der aktuellen BRAVO.
… es ist ganz normal, dass bei jungen Menschen im Alter von 13 bis 16 Jahren die ersten Härchen  auf dem Körper zu sehen sind. Meistens beginnt es in den Achselhöhlen und im … als plötzlich die Haustür laut zugeschlagen wurde und sie förmlich aus ihrem wichtigen Informationsbericht von Dr. Sommer riss. Neugierig und ganz leise schlich sie sich an ihre halb offenstehende Zimmertür, um nachzusehen wer da ins Haus gekommen war. Tamara konnte kaum atmen, schlug ihr Herz doch rasend vor Angst. Schließlich konnte das weder ihr Vater, der ja auf der Arbeit im Chemiewerk war, noch ihre Mutter, die vormittags in der Bäckerei arbeitete, sein. Blitzschnell kombinierte sie, dass es sich nur um einen Einbrecher handeln konnte, was ihr Herzrasen noch verstärkte. Neugierig schob sie ihren Kopf durch den Türspalt, um zu schauen ob er der Einbrecher schon die Treppe heraufkommen würde, um sich dann schnell einzuschließen und um Hilfe zu rufen. Mit Verwunderung sah sie jedoch, wie eine Frau ihren Mantel über dem Treppengeländer ablegte.

„Und du glaubst wirklich, dass wir ungestört sind?“, hörte sie eine tiefe männliche Stimme etwas ängstlich fragen. „Mach dir keine Sorgen Schatz. Hier sind wir die nächsten zwei Stunden ungestört! Gerda und Hans sind arbeiten und die kleine Tamara ist in der Schule.“

Wie vom Blitz getroffen durchfuhr Tamara die Erkenntnis, das sind Tante Bettina und Pascal Bergmann, der Vater von Luise, ihrer besten Freundin. Ihr blieb förmlich die Spucke weg. Wie peinlich ist das denn. Ihre ach so biedere Lieblingstante mit einem anderen Mann und dann noch hier bei ihr im Haus……….

Kapitel 2
Die erste große Liebe

Es war ein rauschendes Fest. Die Aula platzte aus allen Nähten und es herrschte ein lautes Stimmengewirr, welches die kleine Schülerband um Längen übertönte. Tamara war stolz wie Oskar. Hatte doch sie ihr Abi eine der Besten mit 1,1 geschafft. Nachdem sie ihre Urkunde erhalten hatte und der feierliche, offizielle Teil beendet war, verabschiedeten sich ihr Vater und ihre Mutter mit Tränen in den Augen. Auch Tante Bettina und ihr Mann waren anwesende und gratulierten von Herzen. Tamara mochte es noch nie im Mittelpunkt zu stehen und diese „Lobhudeleien“ über sich ergehen lassen zu müssen. Umso froher war sie nun, dass alle Familienmitglieder verschwunden und sie endlich unter ihres Gleichen waren.  Es war ein Abiball, wie ihn auch schöner Hollywood nicht hätte inszenieren können. Alle sahen toll aus in ihren Anzügen und Kleidern und irgendwie wirkten sie alle anders als sonst. Reifer und eleganter und dennoch ausgelassene Teenager. Tamara hatte sich mit ihren Freundinnen abgestimmt und alle hatten sie eng anliegende Hotpants an, die durch einen weiten, langen Wickelrock verdeckt waren. Und nur wenn beim Tanz oder auf dem Hocker die Rockenden auseinander klafften, konnte man diese und die langen Beine der Mädels, die zudem noch in hochhackigen Pumps steckten, sehen. Das und auch die hauchzarten, weit aufgeknöpften Blusen taten ihr Übriges und ließen die Blicke der Jungs unruhig werden. Tamara hatte sich anfangs noch gegen die Idee der Freundinnen, sich so aufzudonnern, ausgesprochen, doch nun, nach ein paar Schlucken aus dem Sektglas, gefiel es ihr, dass sich die Jungs quasi um sie drängten und sie immer wieder zum Tanz aufforderten. Aber je später der Abend, desto aufdringlicher wurden manche Jungs und einige wollten sogar mit ihr nach draußen verschwinden um dann „rumzumachen“, wie sie es nannte. Als sie sich dann irgendwann mit dem coolen David einließ und im Foyer anfing rumzuknutschen und dieser scheinbar die Kontrolle zu verlieren schien und ihr zwischen die Beine faste, fielen ihr schlagartig die „Nachbarinnen“ und Tante Bettina ein, die nichts anderes im Sinne hatten als rumzuhuren. Nein – so wollte sie auf keinen Fall sein und auch nicht werden. Beherzt stieß sie David von sich, rückte ihren Rock zurecht und ging schnurstracks, nicht ohne noch zu hören, was für eine Schlampe sie sei, zurück in den großen Saal. Dass sie dabei David noch den berühmten Mittelfinger zeigte, sei nur am Rande erwähnt.Von Ihren Freundinnen war nichts mehr zu sehen. Scheinbar waren alle schon irgendwo in den Hecken am Rummachen. Egal – sagte sich Tamara und ging schnurstracks an die Bar, um sich noch einen letzten Caipirinha zu genehmigen, bevor sie nach Hause gehen würde. Na schönes Kind, was darfs denn sein sprach sie der gut aussehende Kellner von hinter der Theke aus an. Einen Caipirinha mit viel Calchassa bitte.

„Ist der nicht ein wenig zu stark für dich?“, fragte eine sanfte und wohlklingende Stimme von rechts hinter ihr, als sie gerade kräftig an dem Strohhalm sog. Tamara hätte sich um ein Haar  verschluckt. War sie doch mit ihren Gedanken bei diesem David und das sie sich um ein Haar mit ihm eingelassen hätte. Leicht hustend drehte sie sich in Richtung der Stimme, die sie so erschrocken hatte um.

„Bern … äh Bernhard“ kam es leise und ein wenig stotternd über ihre Lippen als sie den schlaksigen Jungen aus der Parallelklasse erkannte.

„Ja – und du bist Tamara, die Unnahbare. Stimmt’s?“……

Ein weiterse Kapitel – irgendwo mittendrinn

Drei Jahre später hatten beide ihre Prüfungen zum Chemie-laboranten mit Auszeichnung bestanden und erhielten feste Übernahmeverträge mit einem wirklich guten Grundgehalt.

Sie waren sich beide einig, jetzt noch zwei, drei Jahre kräftig sparen, dann ein Haus bauen und eine Familie gründen und dem Glück würde nichts mehr im Wege stehen.

Tamara war rundum zufrieden. Hatte sie doch richtig Glück mit ihrem neuen Job als zweite Laborantin neben dem alteinge-sessenen Herrn Schmitz. Sie war sich sicher, es würde nicht lange dauern, dann wäre auch sie Platzlaborantin und würde direkt ihrem Chef unterstellt sein.

Anders war es bei Bernhard. Er hatte eine knochige, ewig grantige Chemotechnikerin als direkte Vorgesetzte. Und die ließ jeden Mann in ihrer Nähe wissen, dass sie die Chemo-technikerin hier der Chef ist. Sie kam sich noch wichtiger vor als ihr Chef, der über einen Doktortitel verfügte.

Für Tamara und auch Bernhard waren die bewusst gewählten und auferlegten finanziellen Einschränkungen kein Problem. Sie trieben sich nicht auf Partys und Feten herum, unternahm-en keine Urlaubsreisen, die großartig Geld kosteten, sondern verreisten mal mit ihren Eltern an die Adria, wo sie seit Jahren hinfuhren oder mit seinen Eltern auf den Campingplatz bei Bad Godesberg am Rhein.

Tamara gefiel das alles sehr gut. Bernhard war ausschließlich für sie da und hatte auch keinerlei Interesse an irgendwelchen anderen Frauen. Das heimliche Getue ihrer Arbeitskollegen  und -innen interessierte sie wenig. Für sie war Fremdgehen kein Thema mehr, schließlich war sie superglücklich. Und wenn alles nach Plan lief, würden sie noch dieses Jahr heiraten und bis das Haus fertig sei, in der Kellerwohnung bei seinen Eltern wohnen.

Für die beiden lief alles nach Plan.

Es war eine wunderschöne und stilvolle Hochzeit in kleinem Rahmen. Tamara hatte sich zusammen mit ihrer Mutter ein wunderschönes, langes Brautkleid mit ebenso langer Schleppe ausgesucht. Und sah darin bezaubernd aus. Auch Bernhard in seinem blauen Anzug und der roten Krawatte machte einen tollen Eindruck. Sie waren ein tolles Brautpaar.

Die Eltern, Großeltern, die engsten Freunde und einige auser-wählte Arbeitskollegen waren geladen und saßen nun versam-melt in der kleinen Dorfkirche und lauschten andächtig den Worten des Geistlichen.

… und du liebe Tamara, willst du den hier anwesenden Bernhard Becker ehren und lieben, bis dass der Tod euch scheidet?

Ja, – ich will!

Tamara war rundum zufrieden. Sie hatte den besten Mann der Welt, einen tollen Job und bald würde auch ihr großes Haus am Ende der Straße fertiggestellt sein. Dann würden sie dort einziehen und eine Familie gründen.

Es war Frühjahr.

Die geschmückte Tanne mit den bunten Fahnen thronte über dem Dach und war von weither zu sehen. In den nächsten Tagen würden sie endlich einziehen können und die Nebenbei-Schufterei würde endlich ein Ende haben. Anfangs war noch alles OK zwischen ihr und Bernhard. Die Aufgaben waren groß und es blieb ihnen keine Zeit, über sich oder andere Dinge nachzudenken. Erst als ein Ende abzusehen war, kamen die beiden ein wenig zur Ruhe. Aber genau das war der Punkt, wo die noch so kleinen Dinge dazu führten, dass sie sich immer öfter in die Haare gerieten und sich manchmal auch sehr wüst beschimpften.

Kaum waren sie in das wunderschöne neue Haus eingezogen, begann sich ihr Alltag wieder zu normalisieren. Tamara musste zugeben, dass ihr Verlangen nach Bernhard zurzeit ein wenig auf Eis lag und sie begann sich zu langweilen. Bernhard machte auch keine großen Anstalten daran, etwas zu ändern. Ihm reichte sein Schachklub, den er zweimal die Woche besuchte und der schöne große Fernsehapparat, den ihnen seine Tante zum Einzug geschenkt hatte.

Es sind bestimmt nur die Nachwehen der anstrengenden Zeit der Entbehrung und des Hausbaus, der sie beide jetzt in diesen ehelichen Ruhestand versetze, redete sich Tamara immer dann ein, wenn sie dieses Gefühl von Langeweile gepaart mit ein wenig Traurigkeit überkam.

Auch die Arbeit um das Haus herum ging nicht wirklich mit Freude von der Hand. Bernhard interessierte nicht, wo welche Pflanze hin sollte und auch nicht, dass sie von den Nachbarn zum Bierchen oder gar Grillen eingeladen wurden.

„Das muss man alles zurückgeben, und dann fressen die einem die Haare vom Kopf und saufen uns das letzte Bier weg. Zudem hängen sie dann jeden Tag bei uns rum.

Das muss ich nicht haben“, betonte Bernhard jedes Mal wenn er mal wieder eine Einladung absagte bzw. sie vorschob, irgendeine Ausrede zu erfinden und die Einladung abzusagen.

So blieb es auch nicht aus, dass nach und nach keiner mehr die beiden einlud oder auch spontan besuchte.

Ihre ehelichen Pflichten waren knapp vier Jahre nach der Hochzeit zum Erliegen gekommen. Was so viel hieß wie: Sex, ist tabu und lästig. Nur wenn sie beide dann mal mit ihren Eltern zusammen gefeiert hatten und der Alkohol sie beflügelte, verspürten sie so etwas wie Lust aufeinander und vollzogen den ehelichen Akt in Form eines „Koitus Interrupts“.

Das ewige Rumgehänge und die langweiligen Fernsehabende führten immer öfter dazu, dass sie sich ein Bierchen oder Glas Wein zu viel einschenkten um dann schnell vor der Glotze ein-zuschlafen.

Da kam es Tamara recht, als man im Werk davon sprach, das die Firma ein komplett neues Forschungsinstitut auf der anderen Rheinseite bauen wolle und jetzt schon Mitarbeiter aus allen Werken gesucht würden.

In ihr reifte der Plan, sich zusammen mit Bernhard dort zu be-werben. Dort würde sie dann auch ihren eigenen Laborplatz erhalten und es würde sich auch endlich wieder etwas beweg-en in ihrem mittlerweile grauen Ehealltag.

Noch bevor sie mit Bernhard darüber sprechen würde, wollte sie sich erst bei der Personalabteilung erkundigen, was in Wirklichkeit hinter diesen Gerüchten steckte.

„Ja Frau Becker, da ist was dran. Der Grundstein für das Institut ist gelegt und wenn alles normal verläuft, dann kann der Forschungsbetrieb im nächsten Jahr aufgenommen werden. Wenn sie und ihr Mann interessiert sind, dann würde ich ihnen raten, sich schnell zu bewerben, da die Nachfrage schon jetzt sehr groß ist.“

Tamara legte den Hörer auf die Gabel. Zum ersten Mal nach langer Zeit träumte sie wieder von einer bewegten Zukunft. Davon, dass ein Wechsel der Arbeitsstelle auch ihre Ehe wieder in Schwung bringen würde.

Lange und akribisch legte sie sich die Worte zurecht, mit denen sie Bernhard davon überzeugen wollte, dem Wechsel ins neue Institut zuzustimmen.

Alles ließ sich auch gut an. Sie unterbreitete ihm die sich auftuenden Möglichkeiten der beruflichen Karriere, dass sie jeden Tag gemeinsam hin und auch zurückfahren könnten, dass es dort Gleitzeit gäbe und vor allem das sie raus aus dem Mief des Werkes kämen und quasi auf einer großen Wiese mitten unter Kühen arbeiten würden.

Es war wie immer. Nachdem sie ihm alle Vorteile und Möglich-keiten dargelegt hatte, kam seine schon zu erwartende Antwort. „Ja – aber“

Was, wenn und was, wie und warum … Seine Bedenken schienen nicht aufzuhören.

Tamara riss der sprichwörtliche  Geduldsfaden.

Wenn du nicht willst, dann gehe ich eben alleine!

Das saß. Bernhard schien ein wenig verdutzt ob der lauten und bestimmenden Worte aus Tamaras Mund. Das hatte er seit der stressigen Bauphase so lange nicht mehr gehört.

„Und“, fragte Tamara mit einem entschlossen klingenden Unterton, „Kommst du jetzt mit oder nicht?“

Obwohl sich Bernhard überrumpelt fühlte stimmte er doch mit einem angedeuteten Kopfnicken zögernd zu. Geht doch, sagte Tamara. Setzte sich zu ihm auf die Couch und während sie sich an ihn ankuschelte murmelte sie „Jetzt wird alles wieder gut“.

„Was wird gut?“, fragte Bernhard und er tat so als ob ihn das wirklich interessierte.

„Nichts Schatz“, erwiderte Tamara ebenso oberflächig und es kam ihr vor, als hörte sie einem alltäglichen Gespräch zwischen ihrer Mutter und ihrem Vater zu.

Noch am nächsten Tag besorgte sich Tamara die Bewerbungs-anträge aus der Personalabteilung, um sie umgehend auszu-füllen und Bernhard zur Unterschrift vorzulegen, bevor er es sich wieder anders überlegen würde.

Tamara konnte es kaum erwarten, dieses langweilige Leben auf dieser Rheinseite zu beenden. Und die neue Arbeitsstelle würde auch wieder frischen Wind in ihre Ehe bringen. Davon war sie fest überzeugt.

Fast alle 14 Tage fuhren sie gemeinsam mit der Fähre über den Rhein, um sich den Fortschritt der Bauaktivitäten anzuschauen und die Gegend zu erkunden.

„Schau, unser Trakt ist schon fast fertig“, sagte Tamara eines Tages zu Bernhard, „In vier bis fünf Wochen setzen wir unseren ersten „Versuch“ im neuen Labor an“.

Und tatsächlich fast auf den Tag genau vier Wochen später erhielten sie den Anruf aus der Personalabteilung, dass sie zum Ersten des Folgemonats ihre neue Arbeitsstelle antreten könnten. Um den Weggang und die Nachfolge im alten Betrieb bräuchten sie sich keine Sorgen zu machen, das wäre alles schon mit der Abteilung abgesprochen.

So sehr die Vorfreude auf den beruflichen Umzug bei Tamara wuchs, so sehr zog sich Bernhard zurück. Für ihn war es eine schlimme Phase. Eine Veränderung stand an. Und er hasste Veränderungen wie die Pest!

Tamara beobachtete sein komisches Verhalten und anstatt ihm zu helfen, darüber hinwegzukommen, ignorierte sie es. Irgendwie war sie Müde geworden, diesen immer träger und bedächtiger werdenden Mann an ihrer Seite, der sich immer mehr zum Opa entwickelte, zu motivieren und ihn für irgend-etwas zu begeistern.

„Ich lasse mir von dir die Freude nicht verderben“, hatte sie ihm grob geantwortet, nachdem er mal wieder irgendwelche Bedenken in Bezug auf den Wechsel in ein anderes Labor an-brachte.

Es war Mai, alles fing an zu blühen und auch die Temperaturen waren im Rheinland mit fast 22 Grad schon entsprechend warm und der große Tag der internen Eröffnung des Institutes stand bevor.

Die Firma hatte alle neuen Mitarbeiter der Pflanzenschutz-abteilung für diesem Samstag eingeladen, um sie nicht nur will-kommen zu heißen, sondern ihnen auch die neuen Räumlich-keiten und Kollegen vorzustellen.

„Zieh endlich deine Schuhe an“, sagte Tamara mit einem ge-nervten Unterton zu ihrem Mann Bernhard, der mal wieder herumtrödelte und einfach nicht in die Pötte kam. Tamara musste sich beherrschen, um nicht laut loszubrüllen. Wie eine Schildkröte dachte sie  nahm ihre Handtasche und verließ das Haus, um das Auto aus der Garage zu fahren und dann wieder warten zu müssen, bis Bernhard endlich die Haustüre abge-schlossen hatte.

Während Tamara das Auto über die Rheinuferstraße Richtung Fähre steuerte, fiel ihr Blick auf Bernhard der, gelangweilt neben ihr auf dem Beifahrersitz saß. Aus den Augenwinkeln heraus musterte sie ihn von oben bis unten. Jeans, braune Schuhe, grüne Socken, das bunte, schon recht verschlissene Hemd stand über seinem Bauchansatz offen und auch die grau karierte Jacke passte absolut nicht zum restlichen Outfit. Das er auch noch um den Kopf herum aussah, als käme er gerade aus dem Bett, ließ die Wut in ihr hochsteigen. Wie peinlich war das denn? Da tritt man eine neue Arbeitsstelle an und der Partner läuft rum wie ein absoluter Penner.

Nein! Mit diesem Mann wollte sie, die sich so weit es ging, „fein“ gemacht hatte, nicht gemeinsam auf dem Empfang prä-sentieren.

Es standen schon eine Menge Autos auf dem großen Parkplatz vor dem Institutsgelände.

Tamara registrierte die unterschiedlichen Kennzeichen an den geparkten Fahrzeugen. „Wow!“ Die kommen ja von überall her. W. Do. LEV. K. las sie laut vor, während Bernhard den An-weisungen des Parkplatzeinweisers folgte.

So aufgeregt Tamara auch war, als sie sich in die große Schlange der vor der riesigen Institutskantine versammelten Menschen einreiten, registrierte sie doch genau, wer da so alles als neue Kollegen um Einlass anstand. Ganz vorne entdeckte sie Carmen, eine Kollegin aus ihrem alten Labor, während Bernhard sie einfach stehen ließ und zu einer Gruppe Männer ging, die ebenfalls aus dem alten Labor stammte und sich hier beworben hatte.

Nachdem der Pförtner ihren Namen von der Teilnehmerliste gestrichen hatte, bekam sie ein Namensschild und wurde höf-lich  gebeten, sich irgendwo in der Kantine einen schönen Platz zu suchen.

Tamara trat durch das weit offen stehende Portal in die riesige Kantine – überwältigt von dem Anblick, der sich ihr bot, blieb sie stehen.  Kantine, – es war alles andere als eine Kantine, es war eine Mischung aus Zoologischem Garten, Schwimmbad und riesiger  Hotellounge.

„Sorry“, sagte der junge Mann als er Tamara, die immer noch im Eingang stand, anrempelte. „Hab sie vor lauter Staunen über das Ganze völlig übersehen.“

„Leo aus Köln“, stellte er sich vor.

„Tamara von der anderen Rheinseite“, stellte sie sich ebenfalls reflexartig vor.

Erst nachdem sie der Mann am Arm packte und aus dem Ein-gangsbereich ins Innere der Free-Flow-Kantine zog, um nach-folgenden Kollegen den Weg frei zu machen, sah sie ihr Gegen-über an, um ihn in Sekundenschnelle von oben bis unten zu scannen.

Blond, sportlich durchtrainiert , und mit einem strahlenden, ja fesselnden Lächeln in seinen blauen Augen stand er ihr direkt  vor der Nase. In seinem leichten Sommeranzug wirkte er nicht wie ein Kollege, sondern vielmehr wie ein möglicher neuer Chef.

Mit: „Folgen sie mir junge Frau“, reichte der gut aussehende Charmeur den Arm, um sie dann sicher und elegant durch die Menge an einen der großen Tische zu führen. Erst als sie sich an diesem Tisch bei anderen Kollegen niedergelassen und eine andere bildhübsche Frau ihn mit „Hallo Leo“ begrüßte, war ihr klar, das konnte nur ein Kollege sein.

Wie aus heiterem Himmel durchströmte sie ein warmes Gefühl von Zuneigung zu diesem Leo.

Lieber Gott, – lass den mein neuer Kollege sein.

Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste – er wurde es … und er wurde noch viel mehr.

Nachdem der Ressortleiter alle begrüßt hatte, pries er die neue Einrichtung und die damit verbundenen Möglichkeiten und Potentiale, neue Produkte zu entwickeln nicht ohne aber dem Hinweis – Wir zählen auf sie. Geben sie täglich ihr Bestes. Sie gehören jetzt zur Creme de la Creme im bundesweiten Forsch-ungswesen.

Bla, bla, bla,  entfuhr es Leo leise. Dann wollen wir mal – super Forscherin Tamara von der anderen Rheinseite. Reichte ihr wieder seinen Arm um sie dann über das wunderschön mit Bäumen und Bächen, kleinen Löschteichen und hölzernen Brücken gestaltete Außengelände zum Forschungstrakt 1 zu geleiten.

„Bist du auch im Komplex 1?“, fragte Tamara Leo in der stillen Hoffnung, dass er ja sagen würde.

„Ja – bin ich. Box 13 – Dir. Dr. Winter.“

Für einen kurzen Augenblick blieb Tamara das Herz stehen. Box 13, Dir. Dr. Winter. Das war doch auch ihr Ziel. Schoss es Tamara augenblicklich durch den Kopf. Erst jetzt bemerkte sie wie ihr die Beine anfingen zu zittern und ganz weich wurden. Bloß jetzt nicht schlappmachen.

„Danke lieber Gott“ – flüsterte sie leise.

„Hab nicht verstanden“, sagte Leo mit einem verschmitzten Lächeln. „Dann wollen wir mal unseren neuen Arbeitsplatz und Chef besichtigen.“

Das Labor war noch nicht eingerichtet. Überall standen Kartons und noch nicht eingerichtete und angeschlossene Ge-rätschaften herum. Lediglich die beiden Schreibtische mit den bequemen Drehstühlen waren schon eingerichtet.

Wo möchtest du sitzen? Fragte Leo Tamara und deutete abwechselnd auf beide Stühle.

Tamara überlegte einen Augenblick und entschied sich für die Seite, von der aus sie alles im Blick hatte.

Ok, dann werde ich hier sitzen und darauf achten, dass keine bösen Männer zu dir vordringen, antwortete Leo und beide mussten laut lachen.

„Aha! Da habe ich aber Glück gehabt“, sagte eine tiefe männ-liche Stimme aus dem Büro, welches sich schräg gegenüber der Laborbox Nr. 13 befand.

„Keine Sorge, ich beiße nicht“, ergänzte der kleine ältere Herr mit der Halbglatze, „ich bin nur ihr neuer Chef. Herzlich will-kommen im neuen Forschungsinstitut Block 1 Box 13.“

„Wir beißen auch nicht“, erwiderte Leo mit einem Lächeln und reichte Dr. Winter die Hand und es sah für Tamara so aus, als würden sich die beiden schon ewig kennen.

Mit: „Sie müssen Tamara Becker sein“, begrüßte sie Dr. Winter und reichte Tamara die Hand.

Es wurde ein lustig lockeres Gespräch und Dr. Winter deutete an, dass er die beiden in Zukunft quasi sich selbst überlassen würde, hätte er doch viele Termine im „Stern“, – so nannte er den sternenförmigen Verwaltungstrakt, der sich auf der an-deren Seite der Kantine als riesiges Bürogebäude präsentier-te.

In den nächsten Tagen richten sie sich ihren Arbeitsplatz und das Labor entsprechend ein und bestellen einfach alles, was sie noch brauchen im Lager.

Und wie er gekommen war, so verschwand er auch wieder in seinem Büro, jedoch nicht ohne noch anzumerken, dass es in diesem Labor keine Hierarchie gäbe und Tamara und Leo absolut gleichgestellt seien.

„Schade“, sagte Leo. „Was ist schade?“ fiel ihm Tamara ins Wort. „Der ist doch top und wir haben alle Freiheiten.“
„Schade“ – setzte Leo erneut an. „Ich wäre doch so gerne dein Boss geworden.“ Dabei schaute er sie mit leuchtenden Augen an und fixierte ihren Blick.

Da war es wieder.

Dieser Typ hatte sie doch schon wieder in Verlegenheit gebracht. Stieg doch schlagartig wieder dieses Verlangen von „Drück mich“ in ihr auf. Sein Blick war so klar und ehrlich und sie hatte nicht das Gefühl wie bei anderen Männern, das er  mit seinem Blick sie ausziehen wolle. Vielmehr schien er sie zu hypnotisieren. Und es war nicht unangenehm.

Es dauerte eine ganze Weile, bis sich ihre Blicke voneinander lösten.

„Komm“ sagte Leo plötzlich. „Lass uns zurück in die Kantine und ein wenig plaudern.“

Eilig griff Tamara nach ihrer Handtasche und mit einem „Bis Montag Chef“ verließen beide den Labortrakt in Richtung Kantine.

Was für ein Glück dachte sich Leo. Sieht nicht nur toll aus, das Mädel, sondern und das faszinierte ihn ganz besonders und hatte sofort sein Interesse an Tamara geweckt. Ihr klarer, fragender Blick. Sie war bis dato die Einzige seiner vielen tête-à-tête, die seinem intensiven Blick nicht auswich.

Das irritierte und faszinierte ihn zugleich. War es doch seine Stärke, alle – ob Mann oder Frau – mit seinem Blick entweder in Verlegenheit zu bringen oder für sich zu gewinnen. Bei Tamara bahnte sich ein „Duell“ auf Augenhöhe an.

Es war ein toller Nachmittag mit Leo und den anderen Frauen, die sich im Laufe der Zeit zu ihnen an den Tisch gesetzt hatten und sich nun fleißig den Sekt, der noch auf den Empfangs-wagen stand, einverleibten. Tamara war fasziniert. Obwohl Leo bis vor ein paar Stunden noch keine einzige von den anderen kannte, so hatte er es innerhalb kurzer Zeit geschafft, die Mädels für sich zu begeistern. Schnell war klar, wer sie waren, ob sie solo oder verheiratet waren. Wo sie ihren neuen Arbeitsplatz hatten und, und, und … Als hätte er sie hypnoti-siert, erzählten sie ihm alles, was er wissen wollte.

Tamara fühlte sich pudelwohl und hätte nicht der Pförtner sie höflich darauf hingewiesen, dass sie nun langsam schließen würden, hätten sie wahrscheinlich noch den ganzen Abend da gesessen und rumgealbert. Umgeben von fünf tollen und ganz schön beschwipsten Frauen schlenderten Leo und Tamara in Richtung Parkplatz. „Da ist mein Mann“ rief Manuela, eine der Mädels. Ich frag ihn mal ob er uns noch in die nahe gelegene Disco „Lord Nelson“ fährt. Manuelas Mann hatte nichts dagegen und alle stiegen in den VW Bus ein.

„Willst du nicht mitkommen“ fragte Leo Tamara, als er sah, dass sie nicht einsteigen wollte. „Kann leider nicht. Da vorne wartet mein Mann im Auto und der ist bestimmt schon sauer“. Für einen kurzen Moment trafen sich ihre Augen und um ein Haar, wäre sie doch noch in den VW-Bus gestiegen. Mit einem Schulterzucken schloss Leo die Tür und wandte sich im nächsten Augenblick den kreischenden Mädels zu.

Mit einem Hupkonzert düsten die Feierwütigen davon.

Tamara ging schwankend zu ihrem Auto, in dem Bernhard schon nervös wartete.

„Na, scheinst ja viel Spaß gehabt zu haben. Und gesoffen habt ihr auch. Na, das kann ja heiter werden“. Bernhard startete den Motor und ohne ein weiteres Wort zu verlieren steuerte er den Wagen vom Parkplatz und fuhr in Richtung Autobahn.  Tamara hatte die Augen geschlossen und spürte die warme Luft die aus dem Heizungsgebläse von unten sanft über ihre Beine glitt. Wie gerne wäre sie jetzt mit den anderen losge-zogen um zu lachen und zu tanzen.  Tanzen! Sicherlich würde Leo jetzt mit einer der heißen Girls einen flotten Tanz aufs Parkett legen oder gar schon mit einer von ihnen auf  „Je t’aime“ knutschen und fummeln. Tamara spürte eine leichte Eifersucht in sich hochsteigen. Wäre sie doch jetzt so gerne  in seinen Armen gelegen.

 

2 Bewertungen für Die Seitensprung Millionärin – Taschenbuch von Theo Gitzen

  1. Roswitha C.-Berlin

    Ich glaub ich lass mich scheiden!
    Könnte fast ein Sachbuch/Anleitung für ein besseres Leben sein!

    Nicht verifizierter Kauf. Mehr Informationen

  2. Cornelia Burg….

    Hab ja mit allem gerechnet. Aber das mich eine “Seitensprung-Geschichte so fesseln würde, damit habe ich nicht gerechnet. Volle 5 Sterne

    Nicht verifizierter Kauf. Mehr Informationen

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